Namaste - Annapurna Circuit Teil 1/3

January 3, 2017

In Pokhara gönne ich mir erstmal eine kleine Pause und erhole mich von dem Abenteuer Mustang Madness. Nicht , dass das Rennen und die Höhe mich entkräftet hätten. Es sind die Eindrücke und Emotionen die ich genießen und verarbeiten möchte. Doch es dauert nicht lange und ich erkranke wohl an Low Altitude Sickness?! Der Berg ruft! Aufi! Aufi! Und so mache ich mich auf den Weg den Annapurna Circuit anzugehen. Ich besorge mir neue ACAP und TIMS Permits und werde schon schief angeschaut. Aufgrund der Höhen-akklimatisation wird empfohlen, in entsprechenden Etappen von Besisahar aus zum Thorung La (5416m) aufzusteigen und über Muktinath, Jomsom und Beni runter. Ein weiteres Argument sind die letzten Höhenmeter zum Pass von den möglichen Nachtlagern aus. Von Thorang Phedi High Camp auf der Ostseite sind es "nur" 550 Höhenmeter wogegen es im Westen von Charabu/Muktinath Phedi satte 1200 Höhenmeter sind. Und es wird auf Grund der aufkommenden starken Winde am Pass angeraten, diesen vor 11 Uhr zu überqueren. Kaum wer geht es von West nach Ost im Uhrzeigersinn an, geschweige denn per Rad. Mit der Teilnahme am Mustang Madness hatte ich jedoch das perfekte Höhentraining und was ich bis dato von Muktinath aus beobachten konnte und aus Gesprächen entnahm, sollte es für mich Rückenwind am Pass haben - Aufi! Aufi! Per Bus geht es von Pokhara über Beni bis kurz hinter Tatopani auf ca. 1500 Meter. Diese Strecke hatte ich ja schon am Weg zum Mustang Madness hoch zu beradelt und runter zu ja sowieso. Dann weiter per Rad, bestaune ich erneut und zum dritten Mal das tiefste Durchbruchstal der Welt, den Kali Gandaki zwischen den beiden 8000ern Dhaulagiri und Annapurna. Wieder geht es aus dem Dschungel, durch die Nadelwälder in die Geröllwüste. So radel ich in zwei Tagen bis auf 3800m in Muktinath.

 

 

 

 

 

In Muktinath gönne ich mir einen Tag Verschnaufpause und hole mir im Kloster noch den Segen ab ;-) Dann aber weiter nach Charabu/Muktinath Phedi auf 4200 Meter. Bis hier hin ist alles fahrbar. Der Jeep-Track ist nicht schlecht, nur die dünne Luft ist schon gut zu spüren. Doch ab hier ist Schluss mit Lustig, 1200 Höhenmeter an einem Stück bis zum Pass! Ich plane 6 Stunden schieben und ordentlich Rückenwind auf den letzten Metern - mein Plan geht voll auf! Im Dunklen aufstehen und ordentlich Frühstücken, die ersten zwei Stunden im kalten Schatten vom Thorung La, dann zwei Stunden herrlichsten Sonnenschein und die letzen zwei Stunden schiebt der Rückenwind ordentlich mit an. 200 Höhenmeter rauf je Stunde besser konnte es für mich nicht laufen. Am Aufstieg sind die Reaktionen der Hand voll Trekking Gruppen gemischt. Von Ignorieren über mich aufklären, ich mache es falsch und ginge in die verkehrte Richtung bis hin zu Chapeau! Nur mit einem Guide unterhalte ich mich etwas länger und nach dem ich ihm meine Geschichte vom Mustang Madness erzählt hatte, bestätigt er mir, die richtige Wahl getroffen zu haben und Wetter und Wind seien auf meiner Seite ;-)

 

 

 

 

 

Der Ausblick ist beeindruckend schön da oben. Atemberaubend - nicht nur der dünnen Luft wegen ;-) Wobei die dünne Luft einigen wohl den Verstand raubt. Es ist sonst unerklärlich in welchem Zustand die Schutzhütten am halben Weg sind. Sie wurden erst vor kurzem als Reaktion auf den tödlichen Schneesturm vom 14.10.2014 errichtet welcher 43 Menschen das Leben kostete. Über 300 Menschen mussten am Annapurna Circuit per Hubschrauber evakuiert werden. Und wie dieses schlimme Wetterereignis eigentlich allen da oben bewusst sein sollte, sind in den neuen Schutzhütten die Toilette mit Plasteflaschen zugemüllt und die Schutzräume werden für die Notdurft benützt!? Bitte was soll das?!

 

Am Pass verweile ich eine gute halbe Stunde bevor ich mich aus dem Wind raus und in die Abfahrt rein begebe. Bis zum High Camp (4850m) runter sind es nur ein Stunde. Bis auf drei mal fünf Meter absteigen ist alles fahrbar auf dem traumhaften Singletrail. Ich bleibe im High Camp und mach noch einen kleinen Spaziergang bei Sonnenuntergang. Am Morgen habe ich das einzige lange, nicht fahrbare Stück der Ostseite vor mir. Rund 200 Höhenmeter zwischen High Camp und Thorang Phedi (4450m) sind einfach zu riskant weil steile Geröllhalde. Danach verändert sich das Landschaftsbild. Während die Westseite vom Thorung La, wie der Upper Mustang von unwirklicher Geröllwüste geprägt sind, hat es hier eher einen alpinen Charakter. Im Manang Tal reicht die Vegetation in deutlich höhere Gefilde. Ich gönne mir zwei Tage für die 1000 Höhenmeter Abfahrt bis Manang. In Yak Kharka (4050m) treffe ich zwei deutsche Mountainbiker und wir verbringen den Abend mit Austausch von abenteuerlichen Geschichten. Morgens warte ich bis die Sonne hoch steht, denn die Temperaturen sind deutlich über 5 Grad kälter als auf der Westseite und in der Nacht sinkt das Thermometer bis unter -15 Grad. Die stolzen 10km pro Tag mit Fahrzeit von je einer Stunde, verteile ich auf je gut drei Stunden und verweile, beobachte und staune in der Gegend rum.

 

 

 

 

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